Lieblinge des Monats: Maid of Honor – der Trauzeuginnen-Blog

Ab heute wird es hier im Hallo Hochzeit-Blog eine neue Kategorie geben. Ungefähr einmal im Monat werde ich euch hier meine Lieblinge des Monats aus der Hochzeitsbranche vorstellen. Mir geht es hier darum, euch vor allem interessante Persönlichkeiten oder Produkte vorzustellen, von denen man noch nicht so viel gehört oder gesehen hat. Ideen, die man nicht schon 100-fach auf Instagram oder Pinterest gesehen hat.

Lisa und Nadine schreiben in ihrem Blog Maid of Honor über Tipps und Tricks für Trauzeuginnen.

Maid of Honor – der Blog für Trauzeuginnen

Starten möchte ich heute mit Lisa und Nadine von Maid of Honor, dem Blog für Trauzeuginnen. Die beiden Freundinnen haben ihren Blog erst diesen Oktober eröffnet – ähnlich also wie Hallo Hochzeit, den ich auch erst im Oktober von Viktoriawithk umgezogen habe. Jeden Sonntag bekommen Trauzeuginnen dort Tipps für den Junggesellinnenabschied oder eine Inspirationen für das Geschenk für die Braut. Dabei sind ihnen kreative und persönliche Ideen besonders wichtig – ein Grund, warum die beiden perfekt in diese Kategorie passen. Lisa und Nadine möchten für ihre Leserinnen die Freundin sein, die sie sich selbst als Trauzeuginnen gewünscht hätten. Eine Freundin, die einen an die Hand nimmt und mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn man selbst nicht weiterweiß.

Ich habe mit Lisa und Nadine ein Interview geführt. Dort verraten sie u.a., was Trauzeuginnen an ihren Bräuten am meisten nervt und wie ihr mit dem Thema „Spiele an der Hochzeit“ umgehen solltet.

Lisa und Nadine, wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen Blog für Trauzeuginnen zu schreiben? Seid ihr selbst Trauzeuginnen gewesen?

Nadine: Liebe Viktoria, damit triffst du es genau auf den Punkt. Ich hatte dieses Jahr die riesengroße Ehre, Trauzeugin meiner wundervollen Freundin Anne zu sein. Gleich nachdem sie mich fragte, recherchierte ich stundenlang im Internet und je länger ich suchte, desto verlorener kam ich mir vor. Es gibt wirklich viele wunderschöne Blogs, die den künftigen Bräuten zur Seite stehen. Aber einen Ort für Trauzeuginnen gab es nicht wirklich. Klar, findet man viele Seiten mit T-Shirts oder einem Limo-Verleih für den JGA, aber das war einfach nicht das, was ich für Anne gesucht habe. Ich war auf der Suche, nach etwas Individuellerem. Nach etwas, das wirklich zu ihr passt, und nicht nach etwas, das man „halt typischerweise so macht“.

Die Idee zu maidofhonor.de kam mir letztendlich im März 2018 in der Badewanne. Ich war schon länger auf der Suche nach einem kreativen Ventil neben meiner „normalen“ Arbeit. Es war für mich sofort klar, dass ich das Ganze nur mit Lisa zusammen durchziehen würde. Wir kennen uns seit unserem Marketing Studium 2007. Lustigerweise war Lisa kurze Zeit, nachdem ich sie kennenlernte, Trauzeugin.

Lisa: Oh ja, seitdem hat sich unglaublich viel getan. Was Hochzeiten, aber auch was die Erwartungen an eine Trauzeugin betrifft. Vielleicht sollten wir darüber mal einen Artikel schreiben: „Trauzeugin damals vs. Trauzeugin heute“.

Nadine und ich haben in den knapp 6 Jahren unseres Studiums unglaublich viel Zeit miteinander verbracht: Neben den Vorlesungen und Gruppenarbeiten haben wir im gleichen Unternehmen als Werkstudentinnen gearbeitet. Häufig auch an den gleichen Projekten. Dazu kamen noch täglich zwei Stunden gemeinsame Fahrt. Von den Lerngruppen und einfach nur Spaß und Party mal ganz zu schweigen. Wir wissen also beide ganz genau, wie die andere tickt, und dass wir auch in Extremsituationen ganz super zusammenarbeiten können.

Als ich im März Nadines Email bekam, war ich sofort Feuer und Flamme. Spätestens seit meiner eigenen Hochzeit brenne auch ich für diese Branche.

Pimp Your Prosecco Bar für den JGA oder die Hochzeit

Wie schafft man es als Trauzeugin, neue Ideen zu finden und bei Deko, JGA und Co. nicht das zu machen, was alle anderen machen?

Lisa: Es muss ja nicht zwingend immer etwas Neues sein und kann ruhig auch von anderen schon einmal gemacht sein, solange es zur Braut passt. Und genau das ist das A und O. Es kommt nicht darauf an, was der Trauzeugin oder den anderen Mädels gefällt. Böse gesagt interessiert es auch keinen, was gerade voll im Trend ist oder was auf Instagram gehyped wird. Es ist nur eines wichtig: der Braut zu zeigen, wie wichtig sie einem ist. Ihre Bedürfnisse und Wünsche in den Vordergrund zu stellen. Trauzeuginnen kennen ihre Liebste in der Regel unglaublich gut. Ich denke, sie sind häufig einfach nur verunsichert, weil sie eben alles so schön und perfekt wie nur möglich machen möchten. Hier hilft sehr häufig einfach mal tief durchzuatmen und dann zu überlegen: Was gefällt ihr generell besonders? Ist sie eine Partymaus oder bevorzugt sie lieber ruhige Abende oder sportliche Aktivitäten? Oder vielleicht beides? Findet sie beispielsweise Blumenkränze total toll? Dann sollte die Trauzeugin nicht gleich einen Blumenkranzworkshop für den JGA buchen. Viel eher sollte sie erst einmal kurz überlegen, ob die Braut vielleicht zwei linke Hände hat und Basteln total öde findet. In diesem Fall besorgt sie besser im Vorfeld einen wunderschönen Blumenkranz und plant statt des Workshops viel lieber einen Nachmittag im Hochseilgarten.

Auf Maid of Honor haben wir es uns zum Ziel gesetzt statt klarer Anleitungen viel eher den Trauzeuginnen dabei helfen, das Richtige für ihre Braut zu finden.

Ist euer Blog für Bräute tabu?

Nadine: Ach warum denn? Zum einen können wir das nicht verhindern, dass eine Braut auf unserer Seite vorbeischaut, zum anderen ist das auch gar nicht notwendig. Du findest im Internet ja auch unglaublich viele Inspirationen für Weihnachtsgeschenke und trotzdem weißt du nicht, was dein Mann dir unter den Baum legt.

Keine Braut weiß, nur weil sie auf unserem Blog war, was ihre Trauzeugin für sie plant. Zumal wir ja auch, wie Lisa schon sagte, den Fokus auf persönliche Geschenke, JGAs und Überraschungen gelegt haben. Jede Trauzeugin pickt sich heraus, was am besten passt, und ändert es so ab, dass es perfekt zu ihrer Liebsten passt.

Abgesehen davon, haben schon wirklich viele Bräute unsere Seite ihren Trauzeuginnen weiterempfohlen. Also ja: Kommt schaut ruhig weiterhin vorbei, ihr lieben Bräute. Wenn euch unsere Seite gefällt, dann zeigt uns das doch nur, dass wir euren Trauzeuginnen die richtigen Tipps geben.

Lisa: Genau, und außerdem hat eine Braut ja wirklich auch besseres zu tun, als zu rätseln und recherchieren, was ihre Trauzeugin eventuell für sie planen könnte.

Lisa und Nadine verraten euch die besten Ideen für einen gelungenen JGA.

Wie verpasse ich als Braut meiner Trauzeugin einen Wink mit dem Zaunpfahl und sage ihr, was ich mir wünsche, ohne undankbar/unverschämt zu wirken?

Lisa: Hier braucht es gar keinen Wink mit dem Zaunpfahl. Setzt euch zusammen und redet ganz offen darüber. Deine Trauzeugin wird dir mehr als dankbar für klare Ansagen sein. Das hat nichts mit Undankbarkeit oder Unverschämtheit zu tun. Solange du nicht alles kontrollieren willst und ihr dein Vertrauen schenkst, ist doch alles im grünen Bereich.

Was würdet ihr sagen, gehört zu den wichtigsten Aufgaben einer Trauzeugin?

Nadine: Die einzige offizielle „Muss“-Aufgabe ist die Unterschrift beim Standesamt. Man kann heute ohne Trauzeugen heiraten. Wenn sich ein Brautpaar aber für Trauzeugen entscheiden, dann ist deren Unterschrift notwendig und ganz wichtig: ein gültiger Ausweis muss vorgezeigt werden.

Alles andere ist wirklich ganz individuell. Hier sollten sich die Braut und die Trauzeugin einfach abstimmen und ganz offen die Erwartungen und auch Grenzen kommunizieren. Im Internet findet man häufig Listen mit Aufgaben einer Trauzeugin, die einfach nicht enden wollen, und sogar Punkte wie „Gestaltung und Versand der Einladungen“ beinhalten. Das erweckt den Anschein von nicht enden wollenden To Dos. Auch wir haben eine Aufstellung möglicher Aufgaben auf unserer Seite, aber mit dem ganz deutlichen Hinweis „redet miteinander“. Jedes Brautpaar ist anders und jedes Brautpaar ist besonders. Findet für euch den perfekten gemeinsamen Weg.

Und jetzt mal ehrlich: Mit was nervt eine Braut die Trauzeugin am meisten?

Lisa: Mangelndes Vertrauen. Mangelndes Vertrauen nervt nicht nur, sondern ist auch ganz schön verletzend. Eine Braut wählt ihre Trauzeugin mit Bedacht und die beiden kennen sich richtig gut. Deshalb sollte ihr zu jeder Zeit bewusst sein, dass die Trauzeugin immer nur das Beste für ihre Liebste will. Dass sie alles dafür geben wird, um den großen Tag und die Zeit davor so perfekt wie nur möglich zu gestalten.

Wir haben deine Frage auch mal unseren lieben Trauzeuginnen auf Instagram gestellt. Hier kam auch noch einiges zusammen. Viele Trauzeuginnen haben beispielsweise überhaupt nichts auszusetzen. Das mag daran liegen, dass ja bis zu den meisten Hochzeiten auch noch etwas Zeit ist. Oder aber die Mädels haben eine entspannte Braut erwischt. Was allerdings das ein oder andere Mal bemängelt wurde war der Befehlston der Braut oder auch, dass diese überhaupt nicht wertschätzt, was die Trauzeugin alles für sie tut. Natürlich verstehen wir die Anspannung, unter der eine Braut steht. Trotzdem ist ein ehrlich gemeintes Dankeschön natürlich Gold wert und unserer Meinung nach auch wirklich angebracht. Chaotische Bräute, bei denen vieles auf den letzten Drücker kommt, oder die alles ständig wieder verwerfen, sollte eine Trauzeugin mit einem Lächeln aushalten. Klar, nervt das, aber man darf als Trauzeugin nie vergessen, dass die Braut in einer absoluten Ausnahmesituation steckt. Wie oft heiratet man schon…

Welche Aufgaben habe ich als Trauzeugin? An was muss ich alles denken? Das sind Fragen, die euch im Trauzeuginnenblog beantwortet werden.

Was meint ihr? Spiele auf der Hochzeit: ja oder nein? Und wenn ja, was ist euer Lieblingsspiel?

Nadine: kommt darauf an. Ist es ein Spiel, bei dem sich das Brautpaar oder die Gäste zum Affen machen müssen, dann gibt es ein klares NEIN. Auf der Hochzeit meiner Kollegin ist der Patenonkel einfach gegangen, weil er so wahnsinnig Angst vor dem peinlichen Spiel des Trauzeugen hatte. Und das dürfte wohl kaum im Sinne eines Brautpaares sein.

Die gleiche Antwort gebe ich dir für die typischen Hochzeitsspiele, die es schon seit Jahrzehnten gibt: das Kutscherspiel, Reise nach Jerusalem oder ein gegenseitiges Füttern. Was daran ist persönlich und passt zum Brautpaar? Diese Spiele kenne ich schon, seit ich 1993 Blumenmädchen auf der Hochzeit meiner Tante war.

Es gibt aber umgekehrt auch jede Menge Spiele, die für eine Wahnsinns-Stimmung sorgen. Unser Lieblingsspiel ist hier das „Wetten, dass…“ Spiel, welches wir auf der Hochzeit einer Freundin gespielt haben. Das Brautpaar bekommt eine Frage gestellt und muss lediglich einen gemeinsamen Tipp abgeben. Z.B. „Fährt Kerstin auf dem Bobbycar durch den McDrive und bestellt ein Happy Meal?“ Anschließend kommt der Videobeweis, also Kerstin auf dem Bobbycar oder eben nicht. Ich selbst habe bei diesem Spiel in einem ganz peinlichen Outfit Aerobic in der Heidelberger Innenstadt getanzt. Das war megapeinlich, aber ich bin bis heute stolz wie Bolle. Hier findest du übrigens den Videobeweis dazu. So ein Spiel kann also durchaus peinlich sein, aber eben für denjenigen, der sich im Vorfeld bewusst dafür entscheidet.

Danke an euch beide für das Interview.

Jetzt kommt das Beste:

Lisa und Nadine haben sich noch eine Überraschung für euch überlegt. Schaut jetzt auf maidofhonor.de vorbei – dort könnt ihr mein Buch „111 Hochzeitshacks“ gewinnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.